Dienstag, 9. Februar 2010
Frauen - die Meister des Implizierten?
Nun hatte ich jedoch fälschlicherweise gehofft, das ganze würde auch umgekehrt funktionieren. Aus "Die Frisur sieht schrecklich aus" sollte "Die andere Frisur steht dir toll", aus "Makeup ist nur was für Schlampen" "Du sähest ohne wesentlich besser aus" werden. Positiv ausgedrückt durfte ich heute mal wieder etwas dazulernen: Frauen hinterfragen Aussagen nach deren wahren Bedeutung lediglich wenn sie für sie zu gut klingen, um wahr zu sein. Dies rührt höchstwahrscheinlich von persönlichen Zweifeln am eigenen Aussehen und fehlendem Selbstbewusstsein her. Das kenne ich persönlich nur zu gut. Ich meine, meine Güte, ich sollte eigentlich ruhig sein. Ein kurzer Augenkontakt mit einer Frau und mir geht eine Selektion folgender Gedanken durch den Kopf:
-hab' ich was im Gesicht?
-Steht jemand attraktives hinter mir?
-Oh Gott! Bestimmt fragt sie sich warum der hässliche Typ so blöd glotzt
-Findet sie mich etwa attraktiv? Oh ne, bestimmt will sie mich nur verarschen
-Hab ich schon wieder irgendwas falsches gesagt?
-Ist mein penis lang genug?
etc. pp.. You get the idea.
Aber warum ist das so ein grosses Problem, fragt ihr euch bestimmt. Nun, wie mache ich einer Frau ein Kompliment ohne dass sie denkt, ich scherze, meine es ironisch oder möchte doch sowieso nur in ihre Hose? Die ganze Idee hinter dem implizieren ist doch gerade, dass man Dinge eben nicht komplett artikuliert und ein wenig der Interpretation überlässt. "Wenn Sie hier fertig sind, könnten Sie bei mir zuhause auch noch ein paar Kabel verlegen" inklusive sexy Blick ist ja wohl tausendmal besser als "Wollen Sie nachher zu meiner jetztigen Residenz kommen um dort ihren Penis in meine Vagina einzuführen um meiner nymphomanischen Störung gerecht zu werden?".
Dienstag, 21. Juli 2009
Theorie des idealen Suizids
1. Phase: Selbstueberzeugung
Diese Phase besteht aus zwei seperaten Teilen:
a) Die kulturelle Ueberzeugung: Damit ist gemeint, dass man die
Gruende, welche dafuer verantwortlich sind, dass Selbstmord in unserer
Kultur nicht als legitim angesehen und verdammt wird, versteht. Abgesehen von
dummen, religioeusen Gruenden wird von den meisten vorallem ein
Argument,wenn man so will, genannt: Der Selbstmord sei nichts anderes
als eine Flucht vor dem Leben, unatuerlich und daher nur was fuer
Feiglinge. Nun, biologisch gesehen ist der Suizid tatsaechlich
abartig, denn dank des Selbsterhaltungestriebes steht allen Wesen das
eigene Leben an oberster Stelle. Nun, ich kann nicht dagegen
argumentieren, dass Suizid eine gewisse Art von Flucht ist, jedoch
kann ich zeigen, dass diese Art von Flucht heutzutage bei so ziemlich
jedem einzelnen Menschen vorzufinden ist. Eine Diaet ist die Flucht
vor Fettanlagerungen, eine Folge des vorrausschauenden
Selbsterhaltungstriebes, der Energiereserven fuer haertere Zeiten
anlegen moechte; ja, ich wage sogar zu behaupten, dass jeder, der sich
nicht augenblicklich mit Suessigkeiten vollstopft, bis er in
zuckersuesser Ekstase von uns geht, ein Fluechtling ist. Wenn ihr euch
jetzt ins Faeustchen lacht, weil ihr am oben Genannten schon fleissig
arbeitet, muss ich euch doch fragen: Wart ihr schonmal auf der
Toilette? Denn brave, nicht-fluechtige Wesen lassen's einfach laufen,
egal wo sie auch gerade sein moegen.
Condom adé: Wer nicht vor seinem Fortpflanzungsdrang flieht, poppt "un-
safe" und das bis zum Umfallen.
Nun, die meisten dieser und anderer Fluchtarten werden in der
Gesellschaft einfach vorrausgesetzt, wie die Art der
Faekalienentsorgung, oder werden sogar geschaetzt, wie eine gesunde
Ernaehrung oder Diaeten (im vertretbaren Rahmen, Maedels). Sie
benoetigen allesamt ein gewisses Mass an Selbstkontrolle und
Ueberzeugung, genauso wie der Suizid. Wieso sollte also das eine
besser sein als das andere?
b) rationale Ueberzeugung: Hierbei soll die Entscheidung zum
Selbstmord rein aus der Rationalitaet heraus gefaellt werden, nicht
aus der Emotionalitaet heraus. Das bedeutet praktisch gesehen, dass
man sich nach dem spontanen Entschluss zum Suizid, der meist aus einem
dramatisierenden, emotionalen Erlebnis heraus entsteht, solange noch
Zeit gibt bis die spontanen, starken Emotionen abgenommen haben und
man wieder klar denken kann, mindestens jedoch zwei Wochen. Wenn man
dann in einem ganz gewoehnlichen, vielleicht sogar gluecklichen
Moment, in dem rationales Denken die Oberhand hat, immer noch an
Suizid denkt, ist die Entscheidung valide, da nicht emotional.
2. Phase: soziale Alienierung
Der Suizid einer geliebten Person kann bei dessen Bekannten, seien es
Freunde, Verwandte oder auch nur der Baecker seines Vertrauens,
schwere emotionale, psychologische, und manchmal sogar
physische(Broken Heart Syndrome) Schaeden verursachen. Hier spielt die
wichtigste Grundueberlegung des idealen Suizids hinein:
Die Existenz E soll 0 anstreben.
Im Bezug auf Bekannte bedeutet das, dass man jegliche Erinnerung derer
an sich selbst ausloescht. Die meisten wuerden dies durch Anfeindung
und das Saehen von Hass erreichen, jedoch ist festzustellen, dass dies
gerade bei Menschen, die einem sehr nahe stehen, oft grosse Besorgnis
erregt, was zu inquisitivem Verhalten fuehrt. Somit erreicht man genau
das Gegenteil des Angestrebten, denn die Personen lassen einen nicht
gehen und denken sehr viel ueber das Wieso nach, was die Existenz E
offensichtlich erhoeht. Man muss sich also entfremden, indem man Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit dieser Person gegenüber entwickelt, sodass sich die Beziehung auseinander lebt. Das wichtigste überhaupt ist jedoch daran zu denken mit absolut niemandem über diese Thema zu reden oder jemanden auch nur einen Grund für berechtigte Sorgen zu geben, da diese Personen sich dann eventuell Vorwürfe machen würden.
3. Phase: Die praktische Phase
...besteht auch wieder aus zwei Teilen:
a) Wahl der Methode: Es gibt keine ideale Methode. Einige Methoden fallen schon durch das Grunddogma des idealen Suizids heraus, da sie andere Personen involvieren und somit nicht nur die Existenz E drastisch erhöhen, sondern auch das Leben anderer negativ beeinflussen. Dazu gehört zB das Verursachen eines Autounfalls, der Sprung von einem Hochhaus, da man dort meist mit vielen Zeugen rechnen muss, und das Springen/Legen vor einen Zug. Bei der Wahl der Methode sollte man auch flexibel sein und sich der eigenen Möglichkeiten bewusst werden. Hat man zB einen Arzt als Vater, wäre es ein leichtes, an Überdosen von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zu kommen. Statistisch gesehen empfehlen sich vor allem drei Methoden: Das Erhängen hat die Vorteile eines schnellen Todes(wenn richtig ausgefuehrt), eines sehr günstigen Preises und einer einfachen Umsetzbarkeit. Hier sei erwaehnt, dass man darauf achte, dass der Tod durch Genickbruch und nicht durch Asphyxiation herbeigefuehrt wird, da letzteres umgemein qualvoll werden würde. Das Erschiessen mit einer scharfen Waffe ist vorallem in Ländern, in denen die Waffengesetze besonders locker sind, zu empfehlen. Hier darf auch nicht am Kaliber gespart werden, da man sonst in Gefahr läuft, als Schwerstbehinderter zu überleben, falls man nicht das Glück hat, den Gehirnstamm zu erwischen. Empfohlen seien Schrottflinten und Waffen mit Feuerstossmodi. In Deutschland ist jedoch wegen der strengen Waffengesetze von dieser Methode abzuraten. Als dritte Methode bietet sich das Überdosieren mit Medikamenten und/oder Drogen an. Die Schwierigkeit besteht dabei, an Mittel und Mengen von genügender Stärke zu kommen. Eine Schachtel normaler Schlafmittel gibt einem höchstens eine üble Magenverstimmung. Die Chancen auf Erfolg steigen auch durch die Kombination verschiedener Medikamente und Alkohol, da sich diese Mittel oft gegenseitig verstärken. Von selbstgemachten Naturgiften ist abzuraten, da ohne tiefgehende Ausbildung das Resultat meist von sehr geringer Potenz ist, was wiederrum höchstens für Magenverstimmungen sorgt.
b) Exekution: Um sicherzugehen, dass so wenig Unschuldige beeinflusst werden wie möglich, sollte es an einem abgesonderten, verlassenen Ort stattfinden. Auch sollte dafür gesorgt werden, dass die Leiche nur von Fachpersonal geborgen wird; es sollte also rechtzeitig die Polizei o.Ä. informiert werden. In einem Abschiedsbrief sollte festgehalten werden, dass es niemandes Schuld ist und eventuell offene Fragen sollten geklärt werden. Dazu gehört zB, an wenn die Besitztümer gehen. Hierfür würden sich Wohlfahrtsorganisationen anbieten. Wenn gewünscht, lässt sich dem Ganzen auch ein (gesellschafts-)politischer Hintergrund hinzufügen, zB durch die Behauptung, man habe als gemeiner Schwuler die allgemeine Homophobie der Gesellschaft nicht mehr ausgehalten oder man sterbe in Solidarität mit den im Genozid Tibets Ermordeten.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Samstag, 31. Januar 2009
Die Evolution und die Moral
Donnerstag, 1. Januar 2009
Silvester
Alle Jahre wieder leistet sich die Welt eine riesige Menge Konsumgüter, denn mit dem Geld laesst sich ja nichts besseres anfangen.
Alle Jahre wieder schiesst die Welt Treibhausgase in die Atmosphaere, denn sie hat ja schon genug gegen die globale Erwärmung getan.
Alle Jahre wieder laesst die Welt es umweltschädliche Schwermetalle regnen, denn das ganze Gelaber von sauberem Essen ist eh nur eine Verschwoerung der Biobauernindustrie.
Alle Jahre wieder mach die Welt den Regen sauer, denn sie hat genug Bäume gepflanzt.
Alle Jahre wieder inhaliert die Welt Massen an gesundheitsgefährdenden Partikeln, denn mit Asthma klappt die Darthvader Imitation am besten.
Alle Jahre wieder bioakkumuliert die Welt viele Toxine, denn Fachwörter sind sowieso nur was fuer Akademiker.
Alle Jahre wieder sprengt sich die Welt ein paar Finger weg, denn 10 sind sowieso zuviel.
Alle Jahre wieder laesst die Welt 5e gerade, falsch richtig sein, denn sie macht ja sonst immer alles richtig.
Alle Jahre wieder lache ich mir den Arsch ab ueber die ganzen Vollidioten, die in die Hoelle kommen, denn dort gibts bestimmt genug zum Zündeln.
Detaillierte Informationen(engl.)
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Nur noch 5 Minuten
Wenn dann der Lehrer erwartungsgemaess das Leiden verlaengert, weil er hofft dadurch den Schuelern zu helfen und nebenbei im Paradies ein paar mehr Jungfrauen abgreifen zu koennen, bewirkt es dann im Endeffekt doch nichts Gutes. Was es jedoch dann tatsaechlich bewirkt, ist der Missmut all derer, die rechtzeitig abgegeben haben. Dieses Verhalten ist, so falsch es auch ist, vollkommen verstaendlich. Der Lehrer moechte sich gerne mit der Klasse gutstellen bzw. gibt es fuer ihn keinen Grund es sich wegen 5 Minuten mit der ganzen Klasse zu versauen, was ihm durchaus das Leben um einiges schwerer zu machen koennte, auch wenn er strenggenommen dadurch die paedagogische Missbildung seiner Schueler riskiert. Fuer die Schueler entsteht der Wunsch nach mehr Zeit entweder weil sie verzweifelt auf die Erleuchtung hoffen, oder weil sie tatsaechlich noch einige Geistesblitze aufs Blatt bringen wollen.
Waehrend sich das allererste Problem nur durch kompetentere Lehrer loesen laesst(welch Utopie!) sehe ich die zwei anderen Probleme als die Manifestation zweier fundamentaler Probleme des Schulwesens an. Da waere einmal die komplette Entfremdung von der schulischen Realitaet aller Erwachsenen, die im Bildungswesen bestimmend wirken. Dies fuehrt wie in diesem Fall zu viel zu langen Klausuren oder auch zu willkuerlicher Dominanz von Schulfaechern oder zu GFS fuer Schueler alter "Schule", die Methodentage mit Periodentagen gleichsetzen. Was mich dann auch zum zweiten Problem bringt, in diesem Fall durch die Unfaehigkeit der Schueler, eine Aufgabenstellun g zeitlich zu evaluieren veranschaulicht. Es findet keinerlei Metabildung, sozusagen die Bildung ueber die Bildung, statt. Es kann nicht erwartet werden, dass Schueler Faehigkeiten, wie zB Zeitmanagement oder Praesentationserstellung automatisch ausbilden. Um das ganze mal auf eine moeglicherweise verstaendlichere Ebene zu heben, sei hier die Ausbildung von ganz gewoehnlichen Fusssoldaten angefuehrt. Diese lernen auch nicht nur wie sie ihre Ausruestung utilisieren und ihre Waffen abfeuern, sondern auch wie, wann und wo sie dies am besten tun.
Und dennoch werden diese Faehigkeiten von Lehrern als selbstverstaendlich angesehen und diese Erwartung wirkt sich auch auf deren Noten aus fuer zB ein Referat. Solange dieser Mangel nicht behoben wird, erscheint mir die Schule weniger als Ort des Lernens als als Ort der Selektion.
Samstag, 25. Oktober 2008
existence E
Nobody can answer that directly. But how about turning the equation around? If we know how existence is not defined, where existence is equal 0, we can say that existence is greater 0 everywhere else.
Well, where is E = 0? It is 0, where there is noone or nothing to notice it or to be influenced by it. Imagine a newborn child, left in the woods to die, because the teen mother couldnt handle the responsibility. Did it exist? Not to me and not you, neither to 99% of the rest of the worlds matter. Of course, one might argue, that its decaying body gives nutrients to surrounding plants or serves as food to a wolf walking by. Additionally, its mother was influenced in her life that day.
So E can never be exactly 0, but nearly 0, like in this case. To us although, these very small values matter not, therefore we can clip it at a relevant value.
So where people interact with their environment, they exist, making E greater than 0.
Greater? Does that mean E's value is not binary, but an element of all real numbers?
Yes, i think so. For example, look at Hitler. He influenced alot of people, if not to say the whole world, in his lifespan and beyond.His existence E is so large, that it radiates into our past, our present and our future. Same goes for Ghandi, of course. But the more people know of one person, the more they forget about a few others. This leads to the assumption, that there is a certain maximum E and that, for ones personal E to increase, the E of someone else has to be lowered. In Hitler's case, that would be the killed jews, mentally challenged and the soldiers on either side. Also the E of a homeless person wouldve decreased in such a time, for you cannot think or worry about poverty when your son is at war.
So what, you might ask. Considering this evaluation, we can see what a being's, even a molecule's target in life is. Atoms react with each other, they transfere kinetic and electromagnetic energy to other atoms. Humans create societies, they influence other peoples life with love or hate or talk or ....
That i publish this text on this blog perfectly proves my point. I want people to read and to share this text. I want them to know and to think about it. All this increases my E eventually.
heroism
heroism isnt about your thoughts, your intentions, or what you do and what you dont.
Its about the thoughts, the intentions and what you did and didnt do, of which noone knows.
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Einen Held machen nicht seine Gedanken, seine Vorsätze oder die Dinge, die er tut oder auch nicht.
Es sind die Gedanken, die Vorsätze und die Dinge, die er tut oder auch nicht, von denen niemand weiss.
Freitag, 19. September 2008
Ways of Attraction
1. Die objektive Ästhetik: Natürlich kann niemand verleugnen, dass gerade bei einer ersten, flüchtigen Begegnung das Äußere eine grosse Influenz auf unsere Empathie bezüglich diesem potenziellen Paarungspartner hat. Oder anders ausgedrückt: Dieser erste Eindruck kann darüber entscheiden, ob man sich die Braut in Zukunft warm hält od. ob man sich lieber auf interessantere Dinge konzentriert, wie zB Farbe beim Trocknen zu zusehen. Ein Beispiel dafür findet sich wiedermal in meiner Klasse: Eine eigentlich objektiv betrachtet vollkommen langweilige Person hat zB mein Interesse geweckt und das nur aufgrund ihrer grossen...Augen.

2. Die subjektive Ästhetik:Der Mensch wäre aber nicht der Mensch, wenn er nicht sofort alles auf sich beziehen würde, daher rührt die subjektive Ästhetik, oder besser gesagt die subjektive Empfindung der objektiven Ästhetik. Den meisten wird wohl "das gewisse Etwas" oder "die Ausstrahlung" eher etwas sagen. Meiner Erfahrung nach sind bei diesem Punkt die Meinungen wirklich...vielfältig. Als Beispiel sei eine Unterhaltung mit einem guten Freund angeführt. Dabei diskutierten wir darüber, welche Person aus unseren Sprachenklasse denn am ehesten an unsere "Erwartungen" herankam. Bei den zwei Personen, von denen die Rede war,handelte es sich einmal um eine sehr stark vertikalskalierte Karrierepersönlichkeit( eine Streber-Bohnenstange, ihr versteht?) und eine Standard-0815 Mieze, deren Klone man ständig überall begegnet. Nun könnt ihr an meiner Wortwahl wohl schon erkennen, zu welcher der beiden ich tendierte. Obwohl die "Mieze" rein objektiv sehr viel besser ausgestattet war als Ms. Streber, gefiel mir einfach deren Gesicht besser, und sie war auch kantiger was ihre Persönlichkeit anging, während die andere allzu generisch auf mich wirkte. Mein subjektiver Eindruck lässt sich aber auch an objektiven Merkmalen festmachen. So habe ich beobachtet, dass mir braune Augen+blonde Haare nicht wirklich zusagt, während es zB sehr ansprechende braun+braun Kombinationen gibt. Der overkill sind für mich aber auf jeden Fall blaue Augen.
3. Der wahre Charakter: All dies sind aber meist nur Indizien, oft auch Illusionen, was die wahre Persönlichkeit der Person angeht. Viele werden nun sagen, dass man den Charakter nun wirklich nicht mit den beiden anderen Faktoren gleichsetzen kann, da man, um jemanden kennenzulernen, erst einige Zeit braucht. Nun, ja das stimmt schon, aber ich bin der Meinung, dass man auch in einem 1-5 minütigen Gespräch schon einen sehr guten Eindruck der Persönlichkeit des Gegenübers aufschnappen kann. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass man diesen schon an flüchtigen Emotionen des Gegenübers entdecken kann. Zur Verdeutlichung muss mal wieder eine Anekdote herhalten: Ich kenne eine Person, die wirklich perfekt so ziemlich allen Vorstellungen von Ästhetik entspricht, sei es Symmetrie, die Proportionen(Phi), oder auch einfach nur die Glocken. Wenn man "Ästhetik" nachschlägt, ist ihr Bild als Beispiel daneben aufgeführt. Und dennoch war sie für mich "hässlich". Sie war einfach nicht fassbar, man konnte sie nicht einschätzen. Sie wirkte auf mich wie eine zugegebenerweise sehr schöne, aber leere Hülle. Bis ich sie mal weinen sah; zumindest hatte ich es so wahrgenommen. Seit dem hat sie eine greifbare Form und ich kann sie einordnen. Es ist also nicht nur das Wissen, sondern auch das Unwissen über den Charakter des anderen entscheidend, wenn es darum geht, jemanden attraktiv zu finden.
Sonntag, 7. September 2008
Eine ganz besondere Droge.
Man ignoriert soziale und finanzielle Unterschiede, der gesamte Realitätsbegriff und dessen Wahrnehmung verändert sich.
Jeder Mensch auf diesem Planeten ist dieser Droge erlegen, jeder süchtig danach. Ständig gibt man Unmengen Geld für diese legale Droge aus, sei es im Rotlichtviertel oder im Galeriakaufhof. Mit ihr treiben viele Unternehmen lukrativste Geschäfte.
Ihre Entzugserscheinungen sind die schlimmsten aller Drogen. Nicht selten endet ein gewaltsamer Entzug tötlich, sei es Mord oder Suizid.
Es ist eine Droge, der wir uns trotz allem immer wieder aufs neue aussetzen.
Ich spreche von der Liebe, oder besser gesagt, der Suche nach der "einzig wahren" Liebe. Sollte man als Mensch mit einem gesunden Verstand also am besten sich garnicht erst dieser Droge ausliefern?
Ist auch bei d. Liebe d. Weg das Ziel?
Ich gehe sicherlich recht in der Annahme, dass jeder einzelne von euch schonmal die grosse, einzig wahre Liebe verspürt hat. Bei den meisten wird das in den unbeschwerten Tagen der Jugend geschehen sein. Mit etwas Glück wurde diese Liebe auch mehr oder minder erwidert und man hatte soviele Endorphine im Blut, dass man dachte, zu allem fähig zu sein...ähnlich wie bei Drogenkonsumenten, aber das ist ein anderes Thema. Nun, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist diese wilde Jugendliebe auch wieder genauso schnell zerplatzt wie sie entstanden ist. Dann kommt die schreckliche Liebeskummerphase, in der man sich so ziemlich alles vorstellen könnte, abgesehen davon mit diesen Schmerzen weiterzuleben. Doch irgendwann dringt wieder der Alltag durch die dicke Mauer der Trauer, die man um sich herum aufgebaut hatte. Vielleicht sind es die Freunde, die einen endlich dazu überreden können, wieder auszugehen oder man leistet sich den riesigen Flatscreen oder die Surroundsoundanlage, auf die man schon so lange gespart hat. Ich persönlich könnte mir auch vorstellen, dass ein geniales Game diesen Effekt auf mich haben könnte.
Doch auch wenn man jetzt wieder scheinbar normal vor sich hin lebt, weiss man, aus dem vorrangegangen Liebesdisaster sine Lektion zu lernen: Liebe ist auch nur ein meist spassiger Teil des Lebens, wie Hobbys oder auch die Karriere, nichts besonderes. Zumindest denkt man das, bis zu dem Moment, in dem man die nächste wahre Liebe kennenlernt. Ein Beispiel soll verdeutlichen, was genau ich meine: Wenn man seinen Führerschein hat, kann man es ausserhalb des Autos kaum aushalten und will die ganze Zeit fahren; irgendwann wird es aber Routine und es wird geradezu lästig. Das gleiche gilt auch für die Bartrasur, und eventuell auch für die Periode.
Nun, ich persönlich hänge noch in der, nennen wir es "Vorbereitungsphase", fest. Ich habe meine "einzig wahre" Liebe auch schon ausfindig gemacht. Zu meinem Bedauern haben wir uns schon vor einer Weile entfremdet, doch die Zeit mit ihr, die mir vergönnt wurde, war unbezahlbar. Es war mir aber von Anfang an klar, dass jemand wie ich bei einer wie ihr nie eine Chance haben würde; und trotzdem habe ich jeden Tag von ihr geträumt und tu es jetzt auch noch, schätzungsweise eineinhalb Jahre nach unserer letzten Begegnung, gefühlsmässig eine Ewigkeit danach. (Für die Leute die mich zu kennen denken sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sich dabei um anständige Träume handelte...na gut, bis auf einmal)
Von ihr sind mir nicht mehr als eine Postkarte und ein kleines, aus dem Internetz heruntergeladenes Profilbild übrig geblieben. Wenn ihr mich nach einer objektiven Einschätzung ihres Aussehens fragen würdet, ich könnte nur von ihren tiefblauen Augen schwärmen, in denen ich bei jeder Unterhaltung wie eine kleine Fliege in einem Honigtopf versank. (Auf die Gefahr hin, die Atmosphäre des Textes abermals zu zerstören, möchte ich doch darauf hingewiesen haben, dass ja, ich Frauen tatsächlich in die Augen schaue)
Aus all diesen Erinnerungen entstehen eben genannte Träume, in denen unsere gemeinsame Story immer ein Happyend hat. Diese Träume sind der Grund warum ich ins Bett gehe und warum ich so ungern aufstehe. Sie sind wie Defibrillatoren für mein im Angesicht der Realität erstarrtes Herz.
Warum also sollte ich so töricht sein, all dies aufzugeben für eine kurzatmige Affäre? Wären wir so nicht alle besser dran?
Donnerstag, 10. Juli 2008
Toskana Tag 1
In der tiefen Dunkelheit der Nacht konnte man nur das Schemen einer Person erkennen, die schnell in den ruhigen, doch mächtigen Schulkomplex eilte. Weiter unten stand ein großer Reisebus, um den sich einige Menschen versammelt hatten und den Bus kritisch beäugten. Im Bus selbst saßen schon einige Schüler, unter ihnen ein gewisser Marcel Riegler. Dies ist seine Geschichte.
Das Schemen, bei dem es sich um Herrn Schäfer handelte, der, nachdem er sichergegangen war uns allen einzubläuen rechtzeitig zu erscheinen, sich verspätet hatte und noch einige Blätter kopieren musste, kam wieder zurück und stieg in den Bus ein. Bei den Menschen, die sich um den Bus versammelt hatten, handelte es sich um diejenigen Eltern der Schüler, die bezweifelten, dass es ihren Schützlingen möglich wäre, selbstständig in einen Bus einzusteigen ohne dabei zu krepieren. Leider war es mir vergönnt worden, diesen einzigartigen Moment für immer festzuhalten, da sich der Blitz einer Kamera als wenig förderlich ob der Bildqualität auswirkt, vor allem wenn sich zwischen dem Objekt der Begierde und dem Photant eine Scheibe befindet.
Die Gymnasiasten, die sich für diese Studienfahrt entschieden hatten waren jedoch nicht allein, denn, um die Fahrtkosten möglichst niedrig zu halten, teilte man sich den Bus mit einer Hauptschulklasse, für welche dies die Abschlussfahrt darstellte. Doch genug der Einleitungen.
Wir rieten also so spät durch Nacht und Wind, machten hier und dort Pausen, da diese dem Busfahrer vorgeschrieben waren, wegen Übermüdung etc. Zwischen diesen Pausen wehten die Köpfe der schlafenden Passanten von einer Seite zur anderen, wie die Wimpel der Bäume im Wind. Manchmal wurde die Stille des Schlafes von gewissen Personen unterbrochen, etwa als Robert sehr passend bemerkte: "Berge!".
So gegen 1 Uhr in der Nacht hielten wir wiederum an einer Raststätte, diesmal jedoch um den Fahrer auszutauschen, da es Busfahrern nur erlaubt war, ein bestimmtes Kontingent an Stunden alle 24 Stunden zu fahren. Er wäre in 10 Minuten da, hieß es anfangs. Dann hieß es, sein Auto hätte kein Öl mehr und er müsse das seiner Freundin nehmen. Er käme in 1 Stunde, hieß es nun. Das Auto sei arschlahm, er käme in 2 Stunden, hieß es nun. Er kam natürlich erst dann, als ich alle Hoffnung auf baldige Weiterfahrt aufgegeben hatte und mich auf den harten Boden legte.
Michi, dem Busfahrer, der nun gemütlich in den Feierabend fuhr, war es natürlich in dieser ganzen Zeit nicht möglich zu tanken, weswegen nun unser neuer Fahrer, Wolfram gute und gerne 500 Liter tanken musste. Die weitere Reise verlief recht unspektakulär.
Als wir dann um 13 Uhr unserem Ziel schon bedeutend näher gekommen waren, wurde uns von den Lehrern mitgeteilt, dass wir unsere Bungalows erst ab 4 Uhr beziehen könnten und während ich noch darüber rätselte warum man im Licht dieser Information nicht gleich später losgefahren ist, wurde bestimmt, dass man die Zeit in Pisa überbrücken werde.
In Pisa angekommen zeigten wir ganz Pisa, das wir Touris sind, denn wir manövrierten unseren Bus in eine kleine Seitenstraße. In Zentimeterarbeit robbten wir uns aus der Straße heraus, nicht ohne die Spiegel einklappen zu müssen und unter Einsatz unsere "starken" Männer einige Roller umsetzen zu müssen.
Als wir dann gelangweilt um den schiefen Turm herumschlichen, bestätigten sich um uns herum Klischees aus aller Welt. Vor allem die fffffFETTen Amerikaner stichen ins Auge.
Als man sich dann satt gesehen hatte, trafen sich alle am vereinbarten Treffpunkt im kühlen Schatten. Alle, bis auf die Hauptschulgruppe, denn diese wartete an der alten Stelle, wie sich später herausstellte. Böse Zungen behaupteten, Hauptschüler hätten Probleme zwei Informationen gleichzeitig speichern zu können. Als wir sie dann gefunden hatten, war ein Großteil der Klasse Mit Herrn Schäfer gen Bus gezogen, dessen neuen Aufenthaltsort praktischerweise auch nur er kannte. Nach einigen Telefonaten konnte man doch noch die Rettung der Zurückgebliebenen organisieren. Aber was ist schon eine Rettung ohne Eis und Schlendergang? Als uns Herr Schäfer dann endlich bei uns angekommen war, wurde es schlagartig um einige Grad kühler, so cool war sein Gang. Als dann die Operation geglückt und alles Eis gegessen war, ging es endlich Richtung Campingplatz weiter.
Wir residierten auf Camping Free Beach .
Unsere Bungalows waren sehr eigenwillig ausgestattet. Auf der einen Seite hatte man eine Küche mit allem, was dazu gehört, aber auf der anderen Seite nahm diese gut ein Drittel des sowieso schon sehr klein geratenen Wohnzimmerverschnitts ein, es gab keinerlei Schränke, in denen man seine Klamotten und sonstiges hätte sorgfältig hineinlegen können. Nicht, dass ich das jemals tun würde, aber es soll ja Leute geben, die darauf Wert legen, ihre Sachen nicht auf dem Wohnzimmertisch verteilen zu müssen. Auch der Rest des Bungalows war sehr minimalistisch eingerichtet. So hatte das eine Schlafzimmer mit einer Fläche von höchstens 2x2 Metern zwei Stockbetten, zwischen denen man gerade noch Platz zum Atmen hatte. Auch hier waren zwei Stühle das höchste der Gefühle ablagetechnisch. Das Elternschlafzimmer hatte ein Doppelbett und ein Wandquadrat, in dem eine kreative Seele eventuell ein oder zwei Hemden unterbringen hätte können. Auch das Bad war klein, was zu unserem Leidwesen auch auf den Boiler zutraf, dessen warmes Wasser nicht mal für einen Quickie gereicht hätte – in jeglicher Beziehung, auf die ihr in eurer kranken Phantasie jetzt kommt. Es stank auch als wäre etwas - oder wohl eher jemand - im Bungalow verreckt, weswegen wir uns notgedrungen zum Supermercado aufmachten, der sich einen guten Kilometer weit dorfinwärts befand.
Dort besorgten wir uns dringend benötigte Lufterfrischer, viele Liter Aqua minerale naturale gassata, da die gefühlten 35 Grad im Schatten entsprechend an uns zerrten und Klopapier, welches fieser weise nicht inklusive war. Einige – genauergenommen die große Mehrheit – ließen es sich nicht nehmen auch noch ihren Alkoholvorrat aufzufrischen.
Nachdem man sich einigermaßen eingefunden hatte, gab es um 8:30 Uhr Abendessen, und zwar Pizza. Der Boden war recht gut, aber der Belag schmeckte nach billigem Tomatenmark, aber nach diesem auszerrenden Tag war uns alles recht, was unsere Mägen zu füllen vermag. Die Reise hatte auch an meinen Nerven gezerrt, was sich in einer üblen Migräne andeutete, aber man musste unbedingt zum Strand, denn das Meer ist schließlich etwas Besonderes. Und wer weiß, vielleicht ist es ja beim nächsten Mal nicht mehr einfach nur schnödes Salzwasser, dass gegen fein granuliertes Gestein brandet. Man sprang also noch kurz ins Meer.
Der Abend klang recht gemütlich aus, zum Teil dank der gemütlichen Liegestühle vor den Bungalows und der zur späteren Stunde doch angenehmen Temperatur.
Mittwoch, 25. Juni 2008
Türkei - Deutschland EM 08
Der Konflikt ist in diesem Fall vermutlich deswg so drastisch, weil sich zwei Kontraste gegenueber stehen: Die Deutschen mit zu wenig/gekraenktem Nationalstolz(od. eher -furcht) und die Türken mit zuviel Nationalstolz.
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie man den Wert der eigenen Nation danach definiert, wie gut ein paar Leute einen Ball in der Gegend herumschubsen. Dazu passt meiner Meinung nach dieses Zitat sehr gut:
"Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein."
- Arthur Schopenhauer